Anwendung: Trennmittel präzise und wirtschaftlich sprühen
Trennmittelauftrag als wichtiger Teil des Fertigungsprozesses
Trennmittel verhindern, dass ein Werkstoff während der Formgebung, Erwärmung oder Aushärtung an einer Form, einem Werkzeug oder einer Prozessfläche haftet. Ein sauberer Trennmittelfilm unterstützt die sichere Entformung, schützt die Werkzeugoberfläche und kann die Qualität des gefertigten Bauteils deutlich beeinflussen. Entscheidend ist nicht eine möglichst große Auftragsmenge, sondern ein dünner, geschlossener und über die Fläche reproduzierbarer Film.
Je nach Prozess werden wasser- oder lösemittelbasierte, öl-, wachs- oder silikonhaltige Systeme sowie konventionelle oder semipermanente Trennmittel verarbeitet. Diese Medien unterscheiden sich deutlich in Viskosität, Oberflächenspannung, Feststoffanteil, Trocknung und Rückstandsbildung. Deshalb muss die Sprühtechnik auf das Originalmaterial und die realen Prozessbedingungen abgestimmt werden.
Typische industrielle Anwendungen
Trennmittel werden branchenübergreifend eingesetzt. Sie kommen sowohl bei kalten Werkzeugen als auch bei beheizten Formen und in getakteten Hochleistungsprozessen zum Einsatz. Typische Anwendungen sind:
- Kunststoff-, Polyurethan- und Schaumformteile
- Gummi- und Elastomerverarbeitung
- Faserverbund- und Composite-Bauteile
- Druckguss, Kokillenguss und Warmumformung mit dafür geeigneten Medien
- Betonformen, Schalungen und Fertigteilproduktion
- Gießerei-, Kern- und Modellprozesse
- Holzwerkstoff-, Press- und Laminierprozesse
- Backformen und Lebensmittelprozesse mit entsprechend freigegebenen Trennmitteln
Was einen guten Trennmittelfilm ausmacht
Zu wenig Trennmittel kann zu Anhaftungen, beschädigten Bauteilen und erhöhtem Reinigungsaufwand führen. Ein überhöhter Auftrag verursacht dagegen Materialverbrauch, Ablagerungen und Verunreinigungen. Rückstände können außerdem nachfolgende Lackier-, Klebe- oder Dichtprozesse beeinträchtigen. Ziel ist daher eine definierte Filmmenge, die auch an Kanten, Radien und Vertiefungen zuverlässig erreicht wird.
- gleichmäßige Benetzung ohne Tropfen, Pfützen oder trockene Bereiche
- konstante Auftragsmenge bei jedem Sprühzyklus
- möglichst geringer Overspray und eine saubere Anlagenumgebung
- kontrollierte Ablüft- oder Trocknungszeit vor dem nächsten Prozessschritt
- gute Erreichbarkeit komplexer Formgeometrien
- schnelle Reinigung und Spülung bei Material- oder Produktwechseln
Entscheidende Prozessparameter
Werkzeugtemperatur, Taktzeit und Trägermedium beeinflussen den Auftrag erheblich. Bei wasserbasierten Trennmitteln muss ausreichend Zeit für das Verdampfen des Wassers vorhanden sein. Lösemittelhaltige Systeme stellen andere Anforderungen an Abluft, Explosionsschutz und Werkstoffbeständigkeit. Bei semipermanenten Systemen ist zudem ein gleichmäßiger Aufbau der Trennschicht wichtig, damit mehrere Entformungszyklen erreicht werden können.
Düsengröße, Spritzabstand, Zerstäuberluft, Materialdruck und Bewegungsbahn werden so abgestimmt, dass die notwendige Filmmenge ohne unnötige Nebelbildung aufgebracht wird. Bei warmen Formen müssen Verdunstung und mögliche Abkühlung der Werkzeugoberfläche berücksichtigt werden.
Konventionelle und semipermanente Trennmittelsysteme
Konventionelle Trennmittel werden häufig in kürzeren Abständen oder vor jedem Zyklus aufgetragen. Semipermanente Systeme können sich nach dem Ablüften oder Aushärten mit der Werkzeugoberfläche verbinden und mehrere Entformungen ermöglichen. Daraus ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an Grundauftrag, Nachsprühen und Reinigungsintervall.
Bei semipermanenten Systemen kann ein ungleichmäßiger Grundfilm zu wechselnder Trennwirkung führen. Konventionelle Systeme verlangen dagegen eine sehr stabile Dosierung über viele kurze Takte. In beiden Fällen ist die richtige Menge wichtiger als ein maximaler Auftrag.
- Grundauftrag und Nachpflege
- Anzahl der Zyklen zwischen den Aufträgen
- Ablüft- oder Aushärtungszeit
- Werkzeugreinigung vor dem Neuaufbau
- Vermeidung von Übertragungen auf das Bauteil
Krautzberger Spritztechnik und Materialversorgung
Für manuelle Prozesse stehen Handspritzapparate und fein einstellbare Lackierpistolen zur Verfügung. In automatisierten Fertigungszellen können kompakte Automatikspritzapparate an Halterungen, Hubgeräten, Achsen oder Robotern integriert werden. Flach- und Rundstrahldüsen, Düsenverlängerungen und spezielle Sprührichtungen helfen, auch tiefe oder schwer erreichbare Formbereiche zu benetzen.
Die Materialversorgung kann je nach Verbrauch, Viskosität und Anlagenkonzept über Materialdruckbehälter, Membranpumpen oder andere geeignete Fördersysteme erfolgen. Materialdruckregler stabilisieren den Druck am Spritzapparat und unterstützen einen reproduzierbaren Auftrag. Bei sedimentierenden oder feststoffhaltigen Medien können Rührwerke erforderlich sein. Materialwechselventile und Spülmöglichkeiten erleichtern Reinigung und Medienwechsel.
Manuell, automatisiert oder in die Formanlage integriert
Bei wechselnden Werkzeugen und kleinen Stückzahlen kann der manuelle Auftrag wirtschaftlich sein. In Serienprozessen verbessert eine automatische Sprühfolge die Wiederholgenauigkeit. Sprühimpuls, Bewegungsbahn und Materialmenge können mit Werkzeugöffnung, Bauteilerkennung oder Taktzeit synchronisiert werden. Dadurch wird nur dann gesprüht, wenn sich eine Form in der vorgesehenen Position befindet.
Für eine stabile Produktion müssen neben dem Sprühbild auch Absaugung, Verschleppung, Wartungszugang und Reinigungsablauf betrachtet werden. Eine gute Lösung reduziert nicht nur den Verbrauch, sondern verhindert auch, dass sich Trennmittel an Schutzverkleidungen, Sensoren oder Greifern unkontrolliert ablagert.
Vorteile einer abgestimmten Trennmittelapplikation
- sichere und reproduzierbare Entformung
- geringerer Trennmittelverbrauch
- weniger Rückstände auf Werkzeug und Bauteil
- reduzierte Verschmutzung der Fertigungsanlage
- stabilere Taktzeiten und weniger Nacharbeit
- flexible Anpassung an unterschiedliche Medien, Werkzeuge und Losgrößen
Versuche mit Originaltrennmittel im Krautzberger Technikum
Eine belastbare Auslegung ist nur mit dem tatsächlichen Trennmittel und einer repräsentativen Form oder Mustergeometrie möglich. Im Krautzberger Technikum werden Spritzbarkeit, Benetzung, Filmverteilung, Erreichbarkeit und Reinigungsverhalten geprüft. Dabei lassen sich Düse, Spritzbild, Materialdruck, Abstand, Sprühzeit und Bewegungsablauf aufeinander abstimmen.
Die endgültige Entformungswirkung, Materialverträglichkeit und Freigabe für den jeweiligen Produktionsprozess werden gemeinsam mit dem Betreiber und dem Trennmittelhersteller bewertet. Krautzberger liefert dafür die passende Applikations- und Materialversorgungstechnik.
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Branchen für diese Anwendung
Trennmittel verhindern, dass Werkstoffe beim Formen, Erwärmen oder Aushärten an Werkzeugen und Prozessflächen haften. In der Holz- und Möbelherstellung ebenso wie bei Bauzulieferern kommt es auf einen dünnen, geschlossenen und reproduzierbaren Film an.