Anwendung: Keramik und technische Keramik gleichmäßig beschichten und glasieren
Glasuren, Engoben und funktionale Beschichtungen
Keramische Bauteile werden mit Glasuren, Engoben, Farben oder funktionalen Suspensionsbeschichtungen versehen. Bei klassischer Keramik entstehen nach dem Brennen dekorative, dichte, widerstandsfähige oder leicht zu reinigende Oberflächen. Bei technischer Keramik können Beschichtungen gezielt als Schutz-, Isolations-, Haft-, Leit- oder Markierschicht eingesetzt werden.
Nicht jede keramische Suspension ist sprühfähig. Korngröße, Feststoffgehalt, Viskosität und Bindemittel bestimmen, welche Düse und Materialversorgung eingesetzt werden kann. Das Brennergebnis hängt außerdem von Schichtdicke, Trocknung und Brennkurve ab.
Typische Bauteile und Anwendungen
- Sanitärkeramik und Geschirr
- Fliesen, Ziegel und keramische Baustoffe
- Dekor-, Farb- und Effektglasuren
- Engoben und Deckschichten
- Isolatoren und technische Keramikbauteile
- elektrische, thermische oder tribologische Funktionsflächen
- Markierungen und selektive Beschichtungen
- kleine, komplexe oder rotationssymmetrische Keramikteile
Abrasivität und Sedimentation beherrschen
Viele keramische Medien enthalten einen hohen Anteil mineralischer Feststoffe. Diese Partikel können sich im Behälter und in Leitungen absetzen und Düsen, Nadeln oder Ventilsitze verschleißen. Ein stabiler Prozess erfordert daher ein geeignetes Rührkonzept, kurze beziehungsweise strömungsgünstige Materialwege und ausreichend große Querschnitte.
- gleichmäßige Schichtdicke und Farbwirkung
- kontinuierliches Rühren gegen Sedimentation
- verschleißfeste Düsen und materialführende Komponenten
- gute Kanten- und Geometrieabdeckung
- präzise Teilflächenbeschichtung bei technischer Keramik
- schnelle Spülung bei Produktionsunterbrechungen
Klassische Keramik und technische Keramik unterscheiden
Bei Geschirr, Sanitärkeramik oder Baustoffen stehen häufig Deckung, Farbwirkung, Glanz und eine geschlossene Oberfläche nach dem Brennen im Vordergrund. Technische Keramik wird dagegen oft nur auf ausgewählten Funktionsflächen beschichtet. Dort können elektrische Isolation, definierte Benetzung, Schutz oder eine spätere Verbindung mit anderen Werkstoffen entscheidend sein.
Diese Unterschiede beeinflussen die Applikation. Große keramische Bauteile benötigen breite, gleichmäßige Spritzbilder. Kleine technische Komponenten erfordern eher eine präzise Positionierung, geringe Mengen und klar begrenzte Teilflächen. Für beide Bereiche gilt, dass die nasse Schicht nach Trocknung und Brennen ihre endgültige Funktion erreicht.
- dekorative Vollflächenbeschichtung
- selektive Funktionsflächen
- unterschiedliche Saugfähigkeit der Keramikkörper
- mehrere dünne Schichten statt Überauftrag
- Abgleich von Sprühbild und Brennergebnis
Krautzberger Spritz- und Materialversorgungstechnik
Für Glasuren und feststoffreiche Medien kommen robuste Spritzapparate mit geeigneten Materialquerschnitten, nadellose oder membrangeschlossene Ausführungen sowie Düsen aus verschleißfesten Werkstoffen infrage. Die Materialversorgung erfolgt je nach Prozess über Rührwerksbehälter, Materialdruckbehälter oder Pumpen.
Materialdruckregler stabilisieren die Auftragsmenge. In automatisierten Anlagen lassen sich Spritzapparate an Hubgeräten, Achsen oder Robotern integrieren. Für kleine technische Bauteile und selektive Flächen stehen kompakte Apparate und feinere Düsenkombinationen zur Verfügung.
Automatisierung und Bauteilbewegung
Rotationssymmetrische Keramikteile können während des Sprühens gedreht werden, um eine gleichmäßige Rundumbeschichtung zu erreichen. Flache oder komplexe Bauteile werden dagegen über Hubbewegungen, Achsen oder Roboter geführt. Die Bewegungsbahn muss so ausgelegt sein, dass Kanten und Vertiefungen ausreichend beschichtet werden.
Bei mehreren Schichten kann zwischen den Sprühstationen eine Ablüft- oder Trocknungsphase notwendig sein. Auch die Reihenfolge unterschiedlicher Glasuren oder Funktionsmedien muss mit dem späteren Brennprozess abgestimmt werden.
- Drehung bei rotationssymmetrischen Bauteilen
- Hub- und Roboterbewegung für komplexe Geometrien
- Zwischentrocknung bei mehrschichtigem Aufbau
- reproduzierbare Rezepte für unterschiedliche Keramikteile
Prozessparameter vor dem Brennen
Beim Sprühauftrag müssen Feuchtigkeit des Grünkörpers, Oberflächenstruktur und Saugfähigkeit berücksichtigt werden. Eine zu nasse Schicht kann verlaufen oder beim Trocknen reißen. Ein zu trockener Auftrag kann zu rauen, unvollständigen Flächen führen. Auch Überlappung, Spritzabstand und Trocknung zwischen mehreren Schichten beeinflussen das Ergebnis.
Die endgültige Glasur- oder Funktionswirkung entsteht erst nach dem Brennen. Deshalb müssen Sprühprozess und Brennprozess gemeinsam bewertet werden, auch wenn Krautzberger sich auf die Applikation des flüssigen Mediums konzentriert.
Vorteile für Ihre Produktion
- gleichmäßige Glasur- und Beschichtungsschichten
- weniger Ablagerungen und Verstopfungen
- reduzierter Verschleiß durch passende Werkstoffauswahl
- stabile Verarbeitung sedimentierender Medien
- flexible manuelle und automatische Prozesse
- abgestimmte Lösung aus Rühren, Fördern, Regeln und Sprühen
Versuche mit Originalmedium und Keramikbauteil
Glasuren und keramische Suspensionen unterscheiden sich stark in Feststoffgehalt, Korngröße, Viskosität und Abrasivität. Im Krautzberger Technikum werden Originalmaterial und Musterbauteil geprüft. Dabei lassen sich Rührkonzept, Förderung, Düsenausführung, Spritzbild und Schichtverteilung abstimmen.
Das Brennergebnis und die endgültigen Materialeigenschaften werden durch den Betreiber gemeinsam mit dem Glasur- oder Materiallieferanten validiert.
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Branchen für diese Anwendung
Bei Sanitärkeramik, Geschirr und technischen Bauteilen kann ein sprühfähiges Medium ganz unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Ob Glasur oder Funktionsschicht: Feststoffgehalt, Schichtdicke, Trocknung und Brennkurve müssen zum jeweiligen Werkstück passen.