Anwendung: Hochglanzoberflächen auf Kunststoff und Metall fehlerarm lackieren
Worum es bei dieser Anwendung geht
In der Praxis reicht das Spektrum vom flexiblen Handarbeitsplatz bis zur getakteten, robotergestützten Serienanlage. Entscheidend ist, dass Sprühapparat, Materialversorgung und Bewegungsablauf zum Beschichtungsstoff und zum Werkstück passen.
Was eine hochwertige Hochglanzoberfläche ausmacht
Die Anwendung betrifft überwiegend Kunststoff, Stahl, Aluminium, Magnesium und vorbehandelte Verbundbauteile. Die geforderte Wirkung entsteht nur, wenn Beschichtungsstoff, Untergrund, Schichtdicke und nachfolgende Trocknung oder Aushärtung zusammenpassen. Der Sprühprozess muss deshalb auf das konkrete Materialsystem und die realen Produktionsbedingungen abgestimmt werden.
Neben der reinen Oberflächenqualität spielen auch Verbrauch, Reinigungsaufwand, Anlagenverfügbarkeit und die sichere Wiederholung des Ergebnisses eine Rolle. Eine technisch gute Lösung verbindet deshalb kontrollierte Zerstäubung mit einer stabilen und gut regelbaren Materialversorgung.
Typische Anforderungen an den Sprühprozess
Schon kleine Schwankungen bei Materialdruck, Viskosität, Abstand oder Bewegungsführung können die Beschichtung sichtbar oder funktional verändern. Typische Anforderungen sind:
- sichtbare Staubpartikel, Wolken, Orangenhaut und Läufer
- gleichmäßige Benetzung und Verlauf auf großen Sichtflächen
- konstanter Materialdruck und reproduzierbares Spritzbild
- saubere Kanten- und Geometrieabdeckung
- Abstimmung mehrschichtiger Lackaufbauten
- hohe Anforderungen an Kabinenluft und Bauteilreinigung
Spritzbild, Verlauf und Sauberkeit
Hochglanzflächen machen Orangenhaut, Staub, Wolken, Läufer und kleinste Schichtschwankungen sichtbar. Eine feine Zerstäubung allein genügt nicht: Materialmenge, Spritzabstand, Überlappung, Ablüftung und Lackviskosität müssen einen gleichmäßigen Verlauf ermöglichen.
Bei Kunststoffteilen kommen Untergrund, Vorbehandlung und mögliche Lösemittelreaktionen hinzu. Bei Metall bestimmt der vollständige Lackaufbau die Korrosions- und Haftungseigenschaften.
- feine Zerstäubung mit ausreichendem Nassauftrag
- gleichmäßige Überlappung
- kontrollierte Umgebung und Bauteilsauberkeit
- Vermeidung von Läufern an Kanten und Radien
- abgestimmte Ablüft- und Trocknungsbedingungen
Krautzberger Lösungen für Sprühauftrag und Materialversorgung
Krautzberger betrachtet Applikation und Materialversorgung als zusammenhängendes System. Je nach Aufgabe können Handspritzapparate, Automatikspritzapparate, passende Luft- und Materialdüsen, Materialdruckbehälter, Membranpumpen, Pumpenhubstationen und Materialdruckregler kombiniert werden.
Bei automatisierten Prozessen lassen sich die Spritzapparate an Halterungen, Hubgeräten, Achsen oder Robotern integrieren. Materialwechselventile und Spüleinrichtungen unterstützen Anwendungen mit mehreren Farben oder Medien. Die konkrete Auswahl richtet sich nach Viskosität, Festkörperanteil, Auftragsmenge, Taktzeit und Bauteilgeometrie.
Für feine Oberflächen stehen unterschiedliche XLINE-Düsenkombinationen und Strahlformen zur Verfügung. Bei hochviskosen, abrasiven oder sedimentierenden Medien werden dagegen ausreichend große Querschnitte, geeignete Werkstoffpaarungen, Rührwerke und eine druckstabile Förderung wichtiger.
Im Mittelpunkt stehen fein zerstäubende Handlackierpistolen und Automatikspritzapparate, hochwertige Flachstrahldüsen, präzise Materialdruckregler, saubere Druckbehälter oder Pumpen und bei Serien Robotik im Mittelpunkt. Welche Kombination wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist, wird nicht pauschal, sondern anhand des Mediums, der Bauteile und der gewünschten Produktionsleistung festgelegt.
Bauteile, Branchen und Einsatzfelder
Die Applikation kommt in unterschiedlichen Branchen und Bauteilgruppen zum Einsatz. Typische Beispiele sind:
- Piano-Black-Komponenten
- Automotive-Interieur und Exterieur
- Gehäuse und Designbauteile
- Haushalts- und Elektrogeräte
- Möbel- und Beschlagteile
- Uhren-, Luxus- und Konsumgüterkomponenten
Manuell, teilautomatisiert oder vollautomatisch
Für hohe Sichtqualität sind konstante Spritzbedingungen und überlappende Bahnen erforderlich. In automatisierten Anlagen werden Geschwindigkeit, Abstand, Ausrichtung und Schaltpunkte reproduzierbar hinterlegt.
Bei der Anlagenintegration sind außerdem Bauteilzuführung, Absaugung beziehungsweise Lüftung, Reinigung, Medienwechsel und die Zugänglichkeit für Wartungsarbeiten zu berücksichtigen. Dadurch bleibt der Prozess nicht nur im Musterlauf, sondern auch im Produktionsalltag stabil.
Ergebnis für Qualität und Wirtschaftlichkeit
- gleichmäßiger Glanz und guter Lackverlauf
- weniger optische Ausschussfehler
- reproduzierbare Sichtqualität
- reduzierter Overspray durch passendes Spritzbild
- flexibel für manuelle und automatische Prozesse
- abgestimmte Versorgung für sensible Lacke
Versuche mit Originalmaterial und Musterbauteilen
Flüssige Medien und Beschichtungsstoffe mit ähnlicher Bezeichnung können sich bei Viskosität, Festkörperanteil, Lösemittelbasis, Benetzung und Trocknung deutlich unterscheiden. Eine belastbare Auswahl von Spritzapparat, Düse und Materialversorgung sollte deshalb mit dem Originalmaterial und einem repräsentativen Bauteil erfolgen.
Muster werden unter Streif- und Kontrolllicht bewertet. Spritzbild, Verlauf, Schichtdicke und Trocknung werden gemeinsam optimiert.
Auf dieser Grundlage lassen sich Spritzbild, Materialmenge, Druck, Abstand, Bewegung und Reinigungsablauf festlegen. Das Ergebnis ist eine Applikationslösung, die zum Medium, zur Geometrie und zum vorgesehenen Produktionsprozess passt.
Versuche im Krautzberger Technikum
Im Krautzberger Technikum kann der Prozess mit Originalmedium und repräsentativen Musterbauteilen geprüft werden. Dabei werden Förderbarkeit, Spritzbild, Auftragsmenge, Materialdruck, Abstand, Bewegung und Reinigung aufeinander abgestimmt.
Die Versuche schaffen eine belastbare Grundlage für die Auswahl von Spritzapparat, Düse, Materialversorgung und Automatisierungsgrad. Die endgültige Funktions- und Prozessfreigabe erfolgt durch den Betreiber gemeinsam mit dem Materialhersteller.
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Branchen für diese Anwendung
Ein Hochglanzfinish macht Unterschiede in Untergrund, Lackauftrag und Trocknung schnell sichtbar. Bei Fahrzeugteilen, Kunststoffbauteilen oder Komponenten im Möbelbau variieren Material und Form, der Anspruch an eine gleichmäßige Optik bleibt jedoch.